Kreative Ferien
Vom 29. Juli bis 13. August findet auch in diesem Jahr das "Kreative Ferienzentrum
MIKI" im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Ravensburg statt.
Als zuverlässiger und großzügiger Partner hat sich den MIKI-Kindern und deren Eltern die Sonja-Reischmann-Stiftung erwiesen, die bereits zum vierten Mal in Folge das Kreative Ferienzentrum mit einer großzügigen Spende in Höhe von 25.000 EUR unterstützt. Den beiden Vorsitzenden der Stiftung, Frau Sabine Reischmann und Frau Angelika Klingenthal liegen gerade auch die Alltagsprobleme der Familien am Herzen: Wo bringen berufstätige Eltern zuverlässig ihre Kinder
während der vielen Ferienwochen unter? Wie verbringen Kinder gerade auch bedürftiger Familie abwechslungsreiche Ferientage? Wie können Kinder kreativ gefördert werden und neue Impulse erhalten? Eine Antwort haben Sie beim "Kreativen Ferienzentrum MIKI" gefunden: Rund 130 Kinder der städtischen Ravensburger Grundschulen und der Förderschule verbringen zweieinhalb unbeschwerte Ferienwochen an der Schule St. Christina. In altersgerechten Gruppen qualifiziert betreut, dürfen sie verschiedene kreative Angebote aus den Bereichen Bewegung, Natur, Kunst und Musik wahrnehmen.
Kreativpartner in der Region
Als Kreativpartner konnten lokale Vereine aber auch externe Partner gewonnen werden. Zusätzlich gibt es Bastelmaterial, eine Spielekiste der Firma Ravensburger AG, altersgerechte Bücherangebote und den Spielofanten (Kreisjugendring). Für das leibliche Wohl sorgt in einem großen Essenszelt die Adolph Aich AG.
Erneut vor Ort ist zum dritten Mal das Sprach-Sommercamp: Erst- und Zweitklässler der städtischen Ravensburger Grundschulen, insbesondere der Grundschule Kuppelnau, werden in Kleinstgruppen von speziell geschulten Studentinnen der PH Weingarten sprachlich gefördert, so dass sie gestärkt in das neuen Schuljahr starten können. Die Auswahl der Kinder wurde in Kooperation mit den Lehrkräften vorgenommen. Mit finanziert wird das Sprach-Sommercamp über das Projekt "Soziale Nordstadt".•

Ferien: Kinder sind gut betreut
Gute Noten haben sich Ravensburgs Oberbürgermeister Hermann Vogler und der Ausschuss für Schule, Jugend, Sport bescheinigt, was das städtische Angebot zur Ferienbetreuung der Grundschüler betrifft. Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Angebot, dem der Ausschuss für Bildung und Schule in seiner jüngsten Sitzung einmütig zugestimmt hat.
(RAVENSBURG/pe) Zielgruppe dieses Betreuungsangebots in den Ferien sind alle Kinder, die auch während des Schuljahres in einer Einrichtung der städtischen Grundschulen (Verlässliche Grundschule oder Nachmittagsbetreuung)angemeldet sind. Es können Plätze auch an andere Kinder vergeben werden, sofern es die Kapazität zulässt. Dies war bisher stets in den Oster- und Pfingstferien der Fall gewesen.
In den Sommerferien hingegen ist die Nachfrage zu groß, um nachrangig berechtigte Kinder berücksichtigen zu können. Deshalb gab es neben dem Angebot der Stadt – „Miki“ (mit Kindern) und Sommer Weissenau – in den Jahren 2008 und 2009 auch das Sommerprogramm der Diakonie, das ganztägige „Walbi“. Dies stellte, so heißt es seitens des Amts für Schule, Jugend und Sport, eine ideale Ergänzung zum städtischen Angebot dar. In diesem Jahr allerdings kann die Diakonie dieses Angebot aus personellen Gründen nicht unterbreiten. Für das kommenden Jahr indessen wird die Diakonie „voraussichtlich“ wieder ein entsprechendes Angebot bieten können, wie die Stadtverwaltung in der Ausschusssitzung mitteilte.
Das Amt für Schule, Jugend und Sport beabsichtigt, im Herbst dieses Jahres alle Anbieter von Ferienprogrammen(Caritas, Vereine, BDKJ und andere) an einen „Runden Tisch Ferienbetreuung“ zu bitten. Dabei sollen die Angebote koordiniert und für interessierte Eltern transparent gemacht werden.
Das seit 2007 angebotene Ferienprogramm „Miki“ wird im Übrigen von der Sonja –Reischmann - Stiftung unterstützt. So konnte im vergangenen Jahr 20 Kindern die kostenlose Teilnahme am Angebot auf St. Christina ermöglicht werden. Neun hauptamtliche Betreuerinnen, eine Schulsozialarbeiterin als Leiterin des Ferienzentrums sowie fünf Freizeitkräfte, eine Praktikantin und zwei Spülhilfen kümmerten sich um die Kinder.
Reischmann -Stiftung hilft Kinderprojekt
Nur mit Hilfe von Spenden kann der Ravensburger Verein Frauen und Kinder in Not sein Interventionsprojekt bei häuslicher Gewalt aufrecht erhalten. Das Projekt ermöglicht, dass Frauen und Kinder nach einem Polizeieinsatz bei häuslicher Gewalt schnell und konkret Hilfe und Unterstützung erhalten. Zeitnah zu einem solchen Vorfall sind dem Verein von der Polizei 26 Frauen insgesamt 38 Kindern gemeldet worden.
(RAVENSBURG/sz) Ein Zugang zu den Häufig schwer erreichbaren, durch das Erlebnis von Gewalt stark belasteten Kindern gelang bei zwölf Mädchen und sieben Jungen im Alter von zwei bis 18 Jahren. Die rund 100 aufsuchenden Hausbesuche sowie persönliche und telefonische Beratungen haben nach Angaben des Trägervereins rasch eine spürbare Entlastung im Lebensalltag der Betroffenen gebracht. Weiter heißt es: „Die Zuwendung bei den persönlichen Fragen, Ängsten, Nöten und Sorgen stand im Vordergrund der Begleitung. Ebenso wurde den Wünschen und Hoffnungen Raum gegeben, um Vertrauen und Mut für die Nahe Zukunft wieder in den Blick zu bekommen.“ Dabei konnten Informationen und weiterführende Hilfen angeboten werden, auch dank einer guten Zusammenarbeit mit Schulen, einem Hort der Kinderstiftung, Beratungsstellen, Therapeuten und dem Jugendamt. Da die Interventionsarbeit nach dem Auslaufen der Modellphase nicht mehr von öffentlichen Trägern finanziert wird, ist der Verein Frauen und Kinder in Not zu 100 Prozent auf Spenden angewiesen. Nur dank der Unterstützung durch die Reischmann -Stiftung konnte die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen fortgesetzt werden.
Klimbim hat Platz für die Kleinen
Kleinkindbetreuung im Mehrgenerationenhaus für Ein- bis Dreijährige hat freie Kapazitäten.
Die Stadt und die Kindergartenträger unternehmen große Anstrengungen, um Betreuungsplätze für Kleinkinder zu schaffen. Im Mehrgenerationenhaus in der Weinbergstr, gibt es ein unkomöliziertes
Betreuungsangebot: Klimbim. Montags, mittwochs und freitags vormittags betreuen Frauen ehrenamtlich Kinder ab einem Jahr bis zum Kindergartenalter. Die erfahrenen Ehrenamtlichen, teils Fachkräfte, begleiten die Kinder sorgsam in die Welt ohne Eltern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, bezahlt wird nur die Zeit, in der die Kinder bei Klimbim sind. Bei einkommensschwachen Familien übernimmt die Sonja-Reischmann-Stiftung die Hälfte der Kosten. Somit ist diese flexible Art der Betreuung ideal für kleine Kinder, die sich erst an eine solche Unterbringung gewöhnen müssen und keinen ganzen Vormittag in fremder Umgebung bleiben. Ideal ist es auch für Eltern, die unregelmäßig oder kurzfristigen Betreuungsbedarf haben. Kostenloses Schnuppern ist möglich.
Knallrote kleine Flitzer
Knallrote kleine Flitzer
Deutsch Bank spendet Bobbybikes für Sonja Reischmann Stiftung
Die Deutsche Bank in Ravensburg hat im Rahmen eines konzernweiten Programms zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements ihrer Mitarbeiter fünf „Bobbybikes“ an die Sonja Reischmann Stiftung übergeben. Die Spendenaktion am Montagvormittag wurde in den Fokus der gesellschaftlichen Aktivitäten des Unternehmens gestellt, verschiedene Projektträger aus Bildung, Sozialem, Kultur und Sport zu unterstützen.
Die knallroten kleinen Flitzer sind Laufräder, die Kleinkinder auf das Fahrradfahren vorbereiten und die koordinativen Fähigkeiten fördern sollen. Über die Bobbybikes dürfen sich in Kürze Kinder regionaler Familien freuen, die unverschuldet in eine finanzielle Schieflage oder aufgrund von Schicksalsschlägen in eine Krise geraten sind. Das gesellschaftliche und soziale Engagement der Deutschen Bank Mitarbeiter passt so auch zum Konzept der Sonja Reischmann Stiftung, benachteiligte Kinder- und Jugendliche gezielt mit finanziellen Mitteln, aber auch durch Bildungsmaßnahmen und Freizeitaktivitäten verschiedenster Art zu fördern. Seit Gründung der Stiftung vor fünf Jahren wurden auch im Landkreis Ravensburg auf diese Weise schon vielen Kindern und Familien geholfen. Philosophie der im Jahr 2005 verstorbenen Stiftungsgründerin Sonja Reischmann war es, benachteiligten Kindern eine Chance auf eine gesunde und unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen. (end)
Eine Stiftung für Kinder
Vor fünf Jahren wurde die Sonja-Reischmann-Stiftung gegründet. 236779 Euro wurden bisher ausgeschüttet. Von dem Geld profitieren Kinder aus dem Landkreis Ravensburg.
So wollte es Sonja Reischmann. Die Geschäftsfrau, die das Modefilialunternehmen Wissmach mit mehr als 200 Filialen in Deutschland aufgebaut hatte und selbst kinderlos blieb, starb2005 mit 48 Jahren nach einer Erkrankung an Brustkrebs. 3,4Millionen Euro hatte sie in die Stiftung eingelegt. Ihre Schwestern Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal, die sich der Stiftung angenommen haben, freuen sich über eine jährliche Verzinsung von durchschnittlich vier bis fünf Prozent. Mit dem Geld werden Einzelfälle und Projekte unterstützt. Dabei wird von sozialen Einrichtungen überprüft, wohin das Geld geht, wie die beiden Frauen versichern. Immer mehr Kinder seien von Armut betroffen. Für Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen, wurde das Projekt "Löwenkinder" entwickelt. Für besondere Härtefälle sollen in Zukunft 40000 Euro jährlich zur Verfügung stehen. Ein großes Anliegen ist den beiden Frauen, auch Kindereinkommensschwacher Familien in den Genuss kreativer Angebote kommen zu lassen. Sabine Reischmann: "Wie ein Kind seine Freizeit verbringt, hängt eng mit seinen Bildungschancen zusammen." Deshalb wird unter anderem das Ferienprogramm MIKI, das auf eine Initiative der Stiftung zurückgeht, unterstützt . Dank der Stiftung wird die Zirkus- und Theaterschule Moskito in Zukunft ein Zelt bekommen. Für die Förderschule Weingarten übernahm die Stiftung die Kosten für eine Theater AG und einen Aerobic-Kurs. Sie finanziert eine Teilzeitkraft der Beratungsstelle Brennessel und unterstützt den Verein Frauen und Kinder in Not. In der Vorweihnachtszeit werden Gutscheine für Kinderschuhe ausgegeben. Vor kurzem wurden Betten für Kinder gekauft, die mit ihren Eltern von einem Übergangswohnheim in eine Wohnung zogen, um wenigstens ein Beispiel für die vielen Einzelförderungen zu nennen.
St. Christina
Moskito: Zeltaufbau verzögert sich
Ravensburg (bua) - Das Zelt für die Ravensburger Theater- und Zirkusschule „Moskito“ wird erst im nächsten Jahr aufgestellt. Ursprünglich sollte schon in diesem Frühjahr ein Zirkuszelt in St. Christina als Übungs- und Aufführungsstätte aufgebaut werden. Jetzt verhindern einige Detailfragen die geplante Umsetzung in 2010. Seit dem vergangenen Herbst hat „Moskito“ auf St. Christina endlich eine Heimstatt gefunden. Die Zirkusschule war nach ihrer Gründung 2000 an den verschiedensten Orten untergebracht gewesen, unter anderem am Theater Ravensburg, im Berufsbildungswerk sowie auf dem alten Maschinenfabrik-Areal in der Bahnstadt. Seit Herbst kann die Institution, die Kindern Zirkustechniken beibringt, die Halle in St. Christina nutzen. Dazu soll nun im nächsten Jahr noch ein richtiges Zirkuszelt kommen, das die Sonja-Reischmann-Stiftung finanziert.
Fünf Jahre Sonja-Reischmann-Stiftung
Stiftung gibt Viertelmillion für Kinder
Ravensburg – Knapp 240 000 Euro für soziale Zwecke hat die Ravensburger Sonja-Reischmann-Stiftung in den fünf Jahren ihres Bestehens ausgeschüttet. Vor allem Kinder profitierten davon. Und die Stiftung will ihr Engagement weiter ausbauen.
Von unserem RedakteurBernd Adler
Als die Sonja-Reischmann-Stiftung vor fünf Jahren ihre Arbeit aufnahm, unterstützte sie zunächst die Beratungsstelle „Brennessel“, die in Fällen von sexuellem Missbrauch hilft. Hinzu kamen Einzelfälle, bei denen die Stiftung Menschen in Not unbürokratisch und schnell weiterhalf. In den vergangenen fünf Jahren hat die Ravensburger Stiftung ihr Engagement aber weiter ausgebaut und will das weiter tun. „Die Sonja-Reischmann-Stiftung bietet weiterhin schnelle Einzelhilfe, aber unterstützt auch längerfristige Projekte“, sagt Ravensburgs Oberbürgermeister Hermann Vogler, der zugleich ehrenamtlicher Stiftungsrat ist.
Knapp 240 000 Euro hat die Stiftung seit ihrem Bestehen ausgeschüttet. Rund 820 Kindern konnte konkret geholfen werden. Rund 55 000 Euro gab die Stiftung für Einzelhilfen aus, finanzierte damit Kindern Betten, Schränke, Schreibtische und Kleidung, aber auch warmes Mittagessen oder Nachhilfeunterricht. In der Vorweihnachtszeit gibt die Stiftung zudem Gutscheine zum Kauf von Winterschuhen an Familien mit geringem Einkommen aus. 670 Kinder erhielten bereits diese Gutscheine im Gesamtwert von rund 33 000 Euro.
Weitere Projekte der Sonja-Reischmann-Stiftung in den vergangenen Jahren waren die erwähnte Unterstützung der Beratungsstelle „Brennessel“ (22 000 Euro) und des Vereins „Frauen und Kinder in Not“ (5000 Euro). Außerdem schüttete sie Geld aus für Kleinkinderbetreuungsplätze in Ravensburg und Bad Wurzach (5500 Euro) und unterstützte ein Aktionsprogramm für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen an der Förderschule Weingarten mit 4000 Euro.
Größter Posten ist derzeit das zunächst auf fünf Jahre angelegte Engagement für das Ravensburger Ferienprogramm „Miki“. Das „Miki“ entstand auf Initiative der Stiftung und bietet jährlich 140 Grundschulkindern über einen Zeitraum von zweieinhalb Wochen kreative Ferien an. 75 000 Euro kostet das jährlich.
Neues Projekt: Löwenkinder
2010 startet die Stiftung das neue Projekt „Löwenkinder“. Über einen längeren Zeitraum sollen hier mit einem Budget von 40 000 Euro jährlich Kinder unterstützt werden, die mit nur einem Elternteil aufwachsen müssen, weil der andere Elternteil verstorben oder weggezogen ist. „Am meisten von Armut betroffen sind Kinder in Ein-Eltern-Familien“, begründet die Stiftungsvorsitzende Sabine Reischmann das Engagement. Auch in Zukunft will sich die Sonja-Reischmann-Stiftung dafür einsetzen, „dass Kinder im Landkreis Ravensburg gesund und ausgeglichen aufwachsen können“. Daher geht es ihr nicht nur um Hilfe in Notsituationen, sondern auch um die Unterstützung von Projekten, die die außerschulische Bildung sowie sinnvolle Freizeitgestaltung von Kindern fördern.
Zeitungsaritkel aus dem StadtKurier vom 28. 10. 2009
170 Schuhgutscheine
Ravensburg - Bestätigt durch die positive Resonanz der letzten beiden Jahre, sorgt die Sonja- Reischmann- Stiftung auch in diesem Jahr wieder, für ein paar warme Kinderfüße mehr. Ein kleines Geschenk in der Vorweihnachtszeit, mit einer großen und ganz besonders warmen Wirkung.
Die Stiftung verschenkte 170 Schuhgutscheine an bedürftige Kinder von Alleinerziehenden aus dem Kreis Ravensburg. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Ravensburg und sozialen Einrichtungen im Kreis Ravensburg ist es möglich die Kinder ausfindig zu machen, die Hilfe benötigen. Damit möglichst viele Kinder einmal in den Genuss eines Schuhgutscheins kommen werden jährlich die Wohngebiete gewechselt. Dieses Jahr wurden besonders die ländlichen Gemeinden berücksichtigt. Die Höhe der Gutscheine ist altersabhängig und beträgt 50, bzw. 70 Euro. Zusätzlich erlässt das Schuhhaus Göhl noch 10 % Rabatt auf den Preis der ausgewählten Schuhe. Der Gutschein kann bis Ende Januar 1010 beim Salamander Schuhhaus Göhl in der Bachstraße 18 in Ravensburg eingelöst werden. Er ist ausschließlich für Kinderschuhe bestimmt. Für diese Unterstützung des Schuhhauses Göhl sagt die Sonja Reischmann Stiftung Vielen Dank!
Das Foto zeigt von links nach rechts Angelika Klingenthal (Sonja Reischmann Stiftung. Wolfgang Göhl (Schuhaus Göhl) und Sabine Reischmann ( Sonja Reischmann Stiftung).
Gewalt in der Familie
Projekt für Kinderschutz leidet unter Geldmangel
RAVENSBURG (sem) - Gewalt in der Familie trifft Kinder hart und belastet ihre Zukunft. Seit fünf Jahren bietet der Verein Frauen mit Kindern in Not ein spezielles Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche an. Doch es fehlt am Geld. Nur dank der Unterstützung durch die Sonja-Reischmann-Stiftung kann das Projekt derzeit weitergeführt werden.
„Wie bedeutend Hausbesuche und direkte Kontakte mit betroffenen Kindern und Jugendlichen sind, die elterliche Partnerschaftsgewalt miterleben, zeigen unsere Projekterfahrungen in Ravensburg und Weingarten“, erklärt die beim Frauenhaus-Verein tätige Heilpädagogin Ingrid Hafenbrak. Sie besucht auf Wunsch die Familien, in denen ein Polizeieinsatz oder ein Platzverweis stattgefunden hat. Sie nimmt sich Zeit für die Fragen und Sorgen der Kinder, schätzt den aktuellen Sicherheits- und Unterstützungsbedarf vor Ort ein und versucht einen Weg zu anderen Hilfesystemen zu ebnen.
Wichtig sei es, rasch und ohne große Hürden diese Hilfe anzubieten, da von Gewalt Betroffene nach einem aktuellen Vorfall und einem Polizeieinsatz erfahrungsgemäß eher den Mut fassen, sich mitzuteilen und Hilfe zu holen. Deshalb ist die enge Kooperation mit den Polizeirevieren Ravensburg und Weingarten wichtig. Sie informieren über ihre entsprechenden Einsätze und fragen die Betroffenen, ob sie Unterstützung wünschen. Umgehend wird mit den Frauen telefonisch Kontakt aufgenommen und ein persönlicher Beratungstermin vereinbart. Dieser kann bei Bedarf auch zu Hause stattfinden. Leben Kinder im Haushalt, wird auf die spezifischen Hilfen hingewiesen.
Hafenbrack: „Töchter und Söhne erleben die Gewalt in der Beziehung der Eltern in der Regel unmittelbar mit. Motivierende und vertrauensbildende Gespräche mit der Mutter sind nötig, um überhaupt Zustimmung zur Kontaktaufnahme zu den Kindern zu erhalten. Gelingt es, beginnen sofort die zeitlich begrenzten Unterstützungen, sowohl zu Hause, im sozialen Umfeld und an der Beratungsstelle.“
Lange Leidenszeit
Gewaltübergriffe im eigenen Zuhause seien ein Tabu und häufig mit starken Schuld- und Schamgefühlen und jahrelangen Geheimhaltungsgeboten verbunden. „Wir wissen, dass Frauen in Gewaltbeziehungen viel über sich ergehen lassen, bevor sie sich entschließen, die Polizei zu rufen oder sich gegenüber Vertrauenspersonen öffnen“, sagt Hafenbrak.
2008 erreicht das Angebot des Vereins insgesamt 19 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zwei und 15 Jahren. Zur Beruhigung und Stabilisierung in dieser extremen Situation brauche es für die verängstigten, belasteten und verletzten Kinder altersgemäße Erklärungen und Formen der Verarbeitung. Um langfristig zu helfen, wurden Kontakte mit Jugendamt, Therapeuten, Schulen oder anderen Stellen hergestellt.
Auf bundesweiten Fachkongressen und Fortbildungen wird Hafenbrak als Referentin eingeladen. Dabei stößt das spezifische Ravensburger Kriseninterventionsmodell für Kinder und Jugendliche auf großes Interesse. Die wissenschaftliche Begleitung konnte trotz der kurzen Projektlaufzeiten und begrenzten Ressourcen eine positive Bilanz ziehen. Es zeige sich, dass der Ansatz der Unterstützungsangebote für Kinder bei häuslicher Gewalt gegriffen hat, individuelle Lebenslagen positiv verändert und das regionale Angebot an Hilfen sinnvoll ergänzt hat.
Wenig Verständnis zeigten die Fachleute allerdings zur Finanzierungsfrage der professionellen Stelle. Zunächst gab es in der Pilotphase Landesfördermittel, im Anschluss daran wurde das Angebot ausschließlich mit Spendenmitteln aufrechterhalten. Derzeit finanziert die Sonja-Reischmann-Stiftung das Projekt.
Gewaltübergriffe im eigenen Zuhause sind häufig mit starkem Schuld- und Schamgefühl verbunden. Besonders Kinder trifft Gewalt in der Familie hart und wirkt sich belastend auf ihre Zukunft aus. Archivfoto. dpa
Zirkusschule
Moskito: Ende der Raumnot ist in Sicht
Ravensburg – Die Ravensburger Theater- und Zirkusschule „Moskito“, in der rund 160 Kinder und Jugendliche mitwirken, bekommt eine feste Bleibe: Von Herbst an wird „Moskito“ auf St. Christina seine Kurse abhalten. Zudem soll dort im Frühjahr 2010 ein Zirkuszelt für die theater- und zirkuspädagogische Arbeit sowie für Aufführungen aufgestellt werden.
Von unserem RedakteurBernd Adler
Andrea Sprenger leitet die Geschäfte der Theater- und Zirkusschule, die vor neun Jahren auf Initiative des Theaters Ravensburg und des Kreisjugendrings entstanden ist. Sie kann ihre Freude kaum unterdrücken. Schließlich geht im Herbst für „Moskito“ eine lange Zeit der Wanderschaft zu Ende. Feste Räume gab es für die Zirkusschule nie. „Wir fingen im Theater an“, berichtet Andrea Sprenger, „dann waren wir in St. Christina, in St. Konrad, im Berufsbildungswerk Adolf Aich, in der Martinusschule, im Sozialpädagogischen Institut, in der Kuppelnauturnhalle – ach, eigentlich waren wir überall!“
Momentan ist „Moskito“ in der Georgstraße im alten Radius untergebracht. Obwohl die Firma Bausch als Vermieter „Moskito“ mit einer äußerst niedrigen Monatsmiete entgegenkam, stand die Zirkusschule vor einem Jahr finanziell auf der Kippe. Nun deutet sich eine Lösung an, die finanziell und räumlich sehr gut wäre. „Das Ergebnis ist ein großer Erfolg, weil ganz unterschiedlichste Gruppen daran beteiligt sind und jeder davon profitiert“, sagt Jochen Sautter, Chef des Ravensburger Kreisjugendrings.
Konkret sieht das Ergebnis so aus: Von der nächsten „Moskito“-Saison an werden die Kinder und Jugendlichen der Theater- und Zirkusschule in der Turnhalle von St. Christina trainieren. Die Zirkusschule darf die Halle kostenlos nutzen, im Gegenzug bietet sie vier Stunden in der Woche eine Freizeitgruppe Zirkus für die Förderschule St. Christina an.
Im Frühjahr soll zudem neben der Turnhalle ein richtiges Zirkuszelt aufgebaut werden. Finanziert wird das Zelt von der Ravensburger Sonja-Reischmann-Stiftung. „Wir haben bei einer Arbeitskreis-Tagung in Darmstadt so ein Zirkuszelt gesehen, bei der speziell für benachteiligte Kinder Programme abgehalten wurden“, berichtet die Vorsitzende der Stiftung, Sabine Reischmann. „Das hat uns so gut gefallen, da dachten wir: Das brauchen wir in Ravensburg auch.“
Für „Moskito“ war diese Idee ein Glücksfall. Trotzdem will die Zirkusschule das Zelt nicht für sich alleine beanspruchen. „Alle Formen an pädagogischer Kinder- und Jugendarbeit mit einer Bühne sollen im Zelt Platz finden“, sagt Sprenger. Ein Zelt für Feste und zum Vermieten soll es aber nicht werden. Sabine Reischmann hält es für wünschenswert, wenn das Zelt auch von der Schule St. Christina oder für das städtische Ferienprogramm genutzt wird. Bis das Zelt steht, sind noch baurechtliche Fragen zu klären. Doch hier dürfte es keine großen Hürden geben, da auch die Stadt Ravensburg das Projekt unterstützt. „Die Stadt ist froh, dass wir für die fantastische Moskito-Truppe eine feste Bleibe in Aussicht haben“, sagt Alfred Oswald, Pressesprecher der Stadt. Die Verwaltung gehe davon aus, dass noch vor dem Winter alle rechtlichen Fragen geklärt werden könnten.
(erschienen 24. 07. 2009)
Ferienzentrum
„Miki“ begeistert mit kreativer Vielfalt
Ravensburg - Beim dritten kreativen Ferienzentrum „Miki“ im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Ravensburg sind bereits alle Plätze vergeben. Vom 30. Juli bis 14. August werden die Räumlichkeiten der Schule St. Christina sowie der großzügige Außenbereich mit Sportplätzen wieder zum Schauplatz des bunten Treibens.
Unter anderem die Nähe zum Wald bietet ein einmaliges Ambiente, so dass die rund 140 Kinder der städtischen Ravensburger Grundschulen zweieinhalb unbeschwerte Ferienwochen verbringen können. Rund 20 Fachkräfte betreuen die Kinder.
Möglich wird das hochwertige Angebot durch die Unterstützung der „Sonja-Reischmann-Stiftung“. Die Stiftung, geleitet von Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal, unterstützt das Projekt „Miki“ mit 25 000 Euro. Die beiden berufstätigen Frauen wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, die Ferienwochen zu überbrücken und wollen zudem Familien in schwierigen finanziellen Situationen eine kostenlose Teilnahme ermöglichen.
Erneut vor Ort ist das Sprach-Sommercamp als sechste Gruppe: Erst- und Zweitklässler der städtischen Ravensburger Grundschulen werden von speziell geschulten Studentinnen der PH Weingarten sprachlich gefördert. Finanziert wird das Sprach-Sommercamp über das Projekt „Soziale Stadt“.
Es gibt Bewegung, Natur, Kunst, Handwerkliches, Musik und Unterhaltung. Zusätzlich gibt es Bastelmaterial, eine Spielekiste der Firma Ravensburger, altersgerechte Bücherangebote und den Spielofanten (Kreisjugendring). Fürs leibliche Wohl sorgt die Adolph Aich AG.
Künstlerin spendet Ausstellung der Reischmann-Stiftung
RAVENSBURG - Wenn Ingeborg Weglehner über ihre Malerei spricht, dann entführt sie den Zuhörer in die Provence und nach Marokko. "Gefühlte Landschaften" lautet der Titel ihrer Ausstellung im Seelhaus, deren Verkaufserlös der Sonja-Reischmann-Stiftung zu Gute kommt. Wer ist die Malerin und was sagt sie über ihre Leidenschaft?
"Pfaffenwinkel" kommt als Antwort auf die Frage nach ihrer Herkunft. Von dort aus Oberbayern stammt sie. Aus der Region zwischen Lech und Loisach, die geprägt ist durch eine hügelige Landschaft mit Wiesen, Wäldern, naturbelassenen Mooren, Seen und dem unvergleichlichen Blick auf das Voralpenland. Dort, wo die barocken Klöster und die berühmte Wieskirche stehen, die Stukkateure der Wessobrunner Schule und die Maler des Blauen Reiter beheimatet waren, kennt sie sich bestens aus. Angefangen hat Weglehner mit Kunstgewerblichem. Als die Nachfrage nach bemalten Bauernmöbeln ihr schließlich zu viel wurde, ist sie in die Malerei eingestiegen.
Die Landschaft ist ihr Metier
Autodidaktisch, wie sie im Gespräch in ihrem Weingartener Atelier Mistral sagt mit Hinweis auf die Studienzeiten an der Europäischen Akademie in Trier bei Joe Allen, in Paris bei Arthur Langlet oder im Atelier Artistique International de Séguret in der Provence. In letzteres fährt sie bis heute regelmäßig, um dort in der Stille sich der Landschaft zu widmen. Denn sie und das Draußensein sind Weglehners Hauptanliegen - nicht die Porträts oder Stillleben.
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Seit über 20 Jahren benützt sie Pastell- und Ölkreiden. Sie ermöglichen eine Mischung aus Zeichnen und Malen und kommen so ihrer Vorliebe für konturiert Flächiges entgegen. Ein Blick in ihren Farbkasten, den sie liebevoll Wanderkoffer nennt, offenbart die Vielfalt und Strahlkraft der Kreiden, die es auf damalige Anregung von Picasso an seinen Kreidehersteller Gustav Sennelier auch in einer soften, also sehr weichen Ausführung gibt. Schaut man sich in Weglehners Atelier um, stechen einem die gelben, grünen und roten Felder wie ein leuchtendes Inselmeer, in das vereinzelt kleine Häuser unter blauem Himmel eingebettet sind, entgegen. "Das ist nichts Impressionistisches, ich bin mehr für´s Flächige", stellt Ingeborg Weglehner klar.
Motive aus Oberschwaben
Weglehner ist bis 1942 in Berlin aufgewachsen. Danach ging es wieder zurück in die Heimat nach Oberbayern, anschließend nach München und von dort vor 35 Jahren nach Berg. Die 50 ausgestellten Pastelle, so Weglehner, sind eine geschlossene Gruppe aus Landschaften. Abstrahierte Bilder aus der Provence machen den Hauptanteil aus. Hinzu kommen in Marokko und Norwegen entstandene Motive, aber auch einige aus Oberschwaben sind mit dabei.
(Erschienen: 09.03.2009)
Zeitungsartikel des Südkuriers vom 15.12.2008
Busfahrt zum Musical spendiert
Ravensburg – Vorweihnachtliche Bescherung: Die Sonja-Reischmann-Stiftung hat Hauptschülern eine Busfahrt zu einem Musical ermöglicht. Mit Hilfe der Stiftung kann die Förderschule in Weingarten laut Pressemitteilung außerdem eine Theater-AG und einen Aero-Teens-Kurs anbieten.
Einen ganz besonderen Schultag haben 27 Acht- und Neuntklässler der Ravensburger Kuppelnau-Hauptschule erlebt: Zusammen mit ihren Lehrern fuhren sie im Bus nach Stuttgart, um sich dort das Musical „Die Hexen von Oz“ anzusehen. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, mit der Schule ein Musical zu erleben. Vielen von ihnen wäre aber wegen der finanziell schwierigen Situation ihrer Familien eine Teilnahme nicht möglich gewesen. So übernahm die Sonja-Reischmann-Stiftung die Kosten für die Busfahrt – als vorweihnachtliches Geschenk sozusagen. „Bildung ist der wichtigste Baustein eines jeden Bürgers. Wir denken, dass die Hauptschulen besonders unterstützt werden müssen, da sich dort immer mehr Kinder aus sozial benachteiligten Familien befinden“, sagt Sabine Reischmann, Vorsitzende der Stiftung. Weitere zwei Projekte unterstützt die Stiftung an der Förderschule der Talschule Weingarten: Sie finanziert eine Theaterpädagogin, die im Rahmen der Ganztagsbetreuung eine Theater-AG leitet, und eine Fachkraft, die einen Aero-Teens-Kurs anbietet, bei dem Bewegung, Koordination, Kondition und Tanz pädagogisch miteinander verbunden werden, teilt die Stiftung weiter mit. Mit diesen Angeboten sollen die Schüler mit Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten zusätzlich zum Unterricht gefördert werden und Selbstbewusstsein und Stärke vermittelt bekommen.
Die Sonja Reischmann Stiftung ist eine der größten privaten gemeinnützigen Stiftungen der Region Ravensburg. Gegründet wurde sie 2004 von Sonja Reischmann. Seit deren Tod 2005 führen ihre Schwestern Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal die Stiftung weiter. Spendenkonto bei der Kreissparkasse Ravensburg, Konto-Nummer 111 057 753, BLZ 650 501 10.
290 Kinder bekommen Schuh-Gutscheine
RAVENSBURG (sz) Wie im vergangenen Jahr hat die Sonja-Reischmann-Stiftung in Kooperation mit dem Schuhhaus Göhl 290 Schuhgutscheine an Kinder im Wert von rund 18-000 Euro verschickt. Das teilt Vorstandsvorsitzende Sabine Reischmann mit.35 bis 40 Prozent der deutschen Kinder in Ein-Eltern-Familien wachsen in relativer Armut auf. Diese Fakten legte die Unicef im Mai dieses Jahres nach einer Studie vor. Deshalb hat das Landratsamt auf Wunsch der Sonja Reischmann Stiftung Kinder in Ravensburg und Weingarten nach Kriterien dieser Studie ermittelt und die Gutscheine verschickt, so Sabine Reischmann. Berücksichtigt wurde die Kernstadt Ravensburg, einzelne Stadtteile und die Kernstadt Weingarten.
Die Gutscheine sind vom 1. Oktober 2008 bis zum 31. Januar 2009 gültig und können beim Schuhhaus Göhl eingelöst werden. Der Wert der einzelnen Gutscheine beträgt, abhängig vom Alter der Kinder, 50 bis 70 Euro. Die Firma Göhl gibt auf die Gutscheine noch zusätzlich zehn Prozent Rabatt auf den regulären Preis der Schuhe.
Sabine Reischmann, Vorstandsvorsitzende der Sonja-Reischmann-Stiftung, hofft, dass durch die Unterstützung die finanziellen Haushalte der Familien entlastet werden, seien doch Winterschuhe eine teure Angelegenheit, bei der Kinder oft zu kurz kämen.
Wer spenden möchte, kann dies bei der Kreissparkasse Ravensburg, BLZ 650 501 10,
Kontonummer 11 10 57 753, tun.
Seminar hilft Müttern bei gewaltfreier Kommunikation
RAVENSBURG (sem) – Die Sonja –Reischmann –Stiftung hat es vier Frauen mit ihren sieben Kindern ermöglicht an einem speziellen Seminar über gewaltfreie Kommunikation in Wunsiedel teilzunehmen. Den Anstoß dazu gab die großzügige Spende einer Dame, der das Thema besonders am Herzen liegt.
Eine Teilnehmerin, die mit gemischten Gefühlen und großen Erwartungen mit ihre Sohn zu diesem Seminar angereist war, freute sich über das große Abenteuergelände der Jugendherberge und die liebevolle Zuwendung zu ihrem Sohn. Das allmorgendliche Seminar löste bei ihr ein „absolutes Gefühlschaos“ aus. Sie berichtet : „Ich brach immer wieder in Tränen aus. Ich erlebte, dass ich nicht alleine mit meinen Problemen bin. Anderen Frauen geht es ähnlich.“ Die Kernfrage war. Wie schaffe ich es, dass ein Gespräch mit meinem Partner oder Kind ruhig verläuft, “Ihr Fazit lautet. “Es ist ein wunderbares Gefühl, endlich verstanden zu werden. Hier wurde die gewaltfreie Kommunikation nicht nur gelehrt, sondern in jeder Lage gelebt. „ Die positive Reaktion kam nach der Rückkehr: Eine Erzieherin im Kindergarten habe nach dem ersten Kindergartentag gefragt was in den Ferien denn passiert sei, der Junge habe sich enorm entwickelt. Angelika Klingenthal (rechts) von der Sonja-
Reischmann-Stiftung hat sich bei eine Besuch
vom Erfolg des Seminars überzeugt.
Ermutigendes Ergebnis
Für die Sonja-Reischmann-Stiftung, die sich der Hilfe für in Not geratene Kinder in der Region Ravensburg verschrieben hat, ist das Ergebnis dieses Seminars ermutigend.
Ritter und Feen toben sich nach Herzenslust aus
In den ersten beiden Ferienwochen dreht sich auf dem Gelände der St.Gallus-Hilfe in Hegenberg alles um Ritter, Burgen und Gespenster. Rund 120 Grundschulkinder mit und ohne Behinderung aus dem Landkreis Ravensburg und aus dem Bodenseekreis genießen hier eine zweiwöchige Ferienfreizeit.MECKENBEUREN-HEGENBERG (sz) Unter den Schatten spendenden Bäumen auf dem Gelände der St. Gallus-Hilfe in Hegenberg wird fleißig gewerkelt. Die Mädchen basteln an ihren spitz zulaufenden Feenhüten und die Jungs geben ihrer Ritterrüstung den letzten Schliff. Aus Karton entstehen bunt bemalte Ritterburgen, die Kinder basteln Steckenpferde und Jonglierbälle und auch die Lanze darf nicht fehlen, wenn man sich wie ein richtiger Ritter fühlen möchte.
Mit dabei sind 14 Kinder mit Behinderung und das zwanglose Spiel ermöglicht viele Kontakte ohne Berührungsängste. "Die Kinder sind gut integriert und sie können an sehr vielen Aktivitäten teilhaben", sagt Sozialpädagogin Anne Gemmel vom Bereich Kinder, Jugend und Familie der St. Gallus-Hilfe. So lassen sich alle Mädchen gerne ein Prinzessinnengesicht schminken. Auch wenn sie nichts mit der Ritterzeit zu tun hat, gefällt den Jungs die Piratenmaske ganz besonders gut.
Rund 120 Kinder im Grundschulalter nutzen die Ferienfreizeit in Hegenberg, die von der St. Gallus-Hilfe gGmbH, der Stiftung Liebenau, der Offenen Familienhilfe der Caritas Bodensee-Oberschwaben, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend und dem Bildungszentrum St. Konrad gemeinsam angeboten wird. "Für berufstätige Eltern bedeutet die ganztägige Ferienfreizeit eine große Entlastung", so Anne Gemmel. Um dem Bedarf gerecht zu werden, bietet die St. Gallus-Hilfe inzwischen in allen Schulferien ein Freizeitprogramm an. Betreut werden die Kinder von 30, überwiegend ehrenamtlich tätigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Jeder Kooperationspartner stellt für das Leitungsteam eine pädagogische Fachkraft, das für Organisation, Koordination und Programmplanung zuständig ist. Da die Personalkosten für die Fachkräfte von den Trägern übernommen werden, kann die Ferienfreizeit kostengünstig angeboten werden. "Die Ehrenamtlichen haben wir im Vorfeld während einer dreitägigen Schulung auf die Ferienfreizeit vorbereitet", erklärt Anne Gemmel. Hier standen rechtliche Fragen, das Thema Behinderung, Wissenswertes über Kinder im Grundschulalter und eine Ideensammlung für die Programmplanung im Mittelpunkt.
Leckeres Mittagessen vom BBW
Morgens, nach dem gemeinsam gesungenen Ritterlied, sind die Kids in altersspezifischen Gruppen mit neun bis zwölf Kindern, um die sich zwei bis drei Betreuerinnen kümmern. Jede Gruppe hat ihr eigenes Wappen kreiert, besonders eindrucksvoll ist der Feuer speiende Drache auf dem Wappen der Drachengruppe. Das leckere Mittagessen wird vom Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) in Ravensburg geliefert und zwischendurch können sich die Kinder jederzeit am Obstkorb bedienen. Am Nachmittag wählen die Kinder je nach Interesse zwischen kreativen Angeboten, Bewegung oder etwas Ruhigerem aus.
Rund 50 Kinder aus Ravensburg nehmen an der Ferienfreizeit teil und fahren morgens mit einem Linienbus, der sonst eine Leerfahrt hätte, nach Hegenberg. "Besonders froh sind wir, dass wir Räume, die Turnhalle und das Gelände rund um die Don-Bosco-Schule nutzen können. Das sind einfach ideale Voraussetzungen", lobt Anne Gemmel. Finanziell unterstützt wird die Ferienfreizeit von der Sonja Reischmann-Stiftung. Außerdem finanziert der Verein Schweizer Kinder zehn Plätze für Kinder aus einkommensschwachen Familien.
Wenn das Geld nicht für warme Schuhe reicht
RAVENSBURG - Schuhgutscheine für Kinder in einem Wert von insgesamt 15 000 Euro hat die Sonja-Reischmann-Stiftung an bedürftige Familien verschenkt. Einer dieser Gutscheine ging an Rita Laub ( Name von der Redaktion geändert). –die 41-jährige alleinerziehende Mutter konnte ihrer sechsjährigen Tochter damit Winterschuhe kaufen.Von unserem Redaktionsmitglied Melanie Braith

Rita Laub und ihre sechsjährige Tochter leben in Ravensburg. Geld ist bei ihnen meist knapp. Die 41-jährige ist Hartz IV-Empfängerin. Da sie auf ihre Tochter aufpassen muss, ist es schwer für sie eine Arbeit zu finden. „Ich habe keine Oma und keine Familie, die auf meine Tochter aufpassen könnte“, erklärt Laub. „Deshalb könnte ich nur in der Zeit arbeiten, in der meine Tochter im Kindergarten ist“ Für eine Tagesmutter reicht das Geld nicht.
„Ich kann nicht einmal Jobs annehmen, die ich früher ein wenig gelächelt habe. Heutzutage muss man in jedem Job flexibel sein und die Anforderungen sind oft zu hoch.“ Von 8 bis 13 Uhr wäre die einzige Zeit, in der Laub arbeiten könnte. Außerdem kann sie sich kein Auto leisten, ihre Arbeitsstelle müsste also in der Nähe ihres Wohnortes sein.
„In Zusammenarbeit mit dem Schuhhaus Göhl hat
die Sonjaj-Reischmann-Stiftung Schuhgutscheine
an bedürftige Familien verschenkt. Die Gutscheine
für Kinderschuhe hatten einen Wert über 65 Euro.“
Kind soll normal aufwachsen
Ihre Tochter hält die 41-jährige von den Geldproblemen fern. „Ich sage nie zu ihr „Für so etwas haben wir kein Geld“ .Sie soll wie alle anderen Kinder aufwachsen. “In der SZ las Laub von der Schuhaktion der Sonja-Reischmann-Stiftung. Diese verteilte an bedürftige Familien Schuhgutscheine für Kinder. „Wir haben uns lange überlegt was wir den Leuten hier in der Region im Hinblick auf Weihnachten Gutes tun könnten“, erzählt Sabine Reischmann, die die Stiftung ihrer verstorbenen Schwester betreut. Zuerst dachten wir an Spielzeug für die Kinder. Aber das kriegt man eigentlich auch gut erhalten auf dem Flohmarkt. Dann hat mir eine Erzieherin aus einem Kindergarten erzählt, dass viele Kinder keine guten Schuhe haben. Vor allem an warmen Winterschuhen fehlt es bei vielen.“
In Zusammenarbeit mit dem Schuhhaus „Göhl“ in Ravensburg stellte die Sonja-Reischmann-Stiftung 260 Gutscheine für Kinderschuhe aus. Ein Teil der Gutscheine wurde über das Landratsamt an bedürftige Familien verteilt, der andere Teil ging über die Caritas. Kinder zwischen drei und sechs Jahren bekamen einen Gutschein über 45 Euro, Kinder von sieben bis zwölf Jahren bekamen 65 Euro. „Zudem hat das Schuhhaus „Göhl“ auf jedes Paar Schuhe, das mit einem dieser Gutscheine bezahlt wurde, 15 Prozent Rabatt gegeben“, sagt Reischmann.
Tochter freut sich riesig
Rita Laub ist mit ihrer Tochter also losgezogen, um warme Winterschuhe zu kaufen. „Dank dem Gutschein und dem Rabatt musste ich dafür nur zehn Euro bezahlen“, erzählt sie. Ihre Tochter habe sich riesig darüber gefreut. „Sie hat jetzt zwei Paar Winterschuhe und meint jeden Tag, Mama, darf ich die warmen Schuhe anziehen?“ Laub und ihre Tochter sind von der Aktion begeistert. „Ich bin es nicht gewöhnt, dass man mir etwas schenkt. Diese Sonja Reischmann muss eine tolle Frau gewesen sein.“
Stiftung plant ein Mutter-Kind-Haus
RAVENSBURG - Die Ravensburger Sonja-Reischmann-Stiftung will im Jahr 2008 ein ehrgeiziges Projekt realisieren: Sie will ein Mutter-Kind-Haus einrichten – und zwar für allein erziehende Frauen, die Unterstützung benötigen.Von unserem Redakteur Bernd Adler
Dass das Geld knapp ist, ist ein unter allein erziehenden Frauen sehr verbreitetes Phänomen. Doch immer wieder kommen zum Geldmangel weitere Schwierigkeiten hinzu. Etwa, wenn die junge Mutter aus einem schwierigen sozialen Milieu stammt. Mit der Kindererziehung überfordert ist. In einem Heim lebt. Oder ihren Alltag ohne fremde Hilfe nicht geregelt bekommt. Diesen Frauen will die Ravensburger Sonja-Reischmann-Stiftung helfen. Sie plant daher für 2008 die Eröffnung eines Mutter-Kind-Hauses in der Stadt.
„Wir wünschen uns ein möglichst zentrumsnah gelegenes Haus mit fünf bis zehn Wohnungen“, sagt Sabine Reischmann, deren vor zwei Jahren verstorbene Schwester Sonja die gleichnamige Stiftung ins Leben rief. Die Stiftung möchte das Haus als Ganzes anmieten und dann einzelne Wohnungen an alleinerziehende Frauen vermieten. Die Mietkosten wird der Staat übernehmen, die Stiftung wird die Wohnungen (wenn notwendig) sanieren, möblieren und das Haus in Ordnung halten. Sie wird auch einen Sozialarbeiter bezahlen, der in dem Haus ein Büro haben und zu festen Zeiten anwesend sein soll, um die Bewohnerinnen zu unterstützen. Falls keine Kindertagesstätte in der näheren Umgebung sein sollte, möchte die Sonja-Reischmann-Stiftung eine Tagesmutter einstellen, die in einem eigenen Bereich im Haus die stundenweise Betreuung der Kinder übernimmt. Denn nur so können die Frauen nach der Idee der Stiftung wieder einem Beruf nachgehen oder eine Ausbildung beginnen. „Unser Ziel ist es“, sagt Sabine Reischmann, „dass die Frauen eines Tages sich und ihr Kind selbst versorgen können.“
Am liebsten wäre es den beiden Stiftungsvorsitzenden, Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal, gewesen, das Mutter-Kind-Haus bereits 2007 ins Leben zu rufen. Doch vom ursprünglichen Gedanken, ein Gebäude zu kaufen und umzubauen, kamen die beiden Schwestern ab, da das Stiftungskapital nicht durch eine Immobilie gebunden sein soll. Also suchten sie nach einem Mietobjekt. „Wir haben bei verschiedenen Institutionen nachgefragt, jeder war begeistert von unserer Idee, jeder sagte, der Bedarf sei da, aber das Ganze scheiterte bisher an einem geeigneten Gebäude“, sagt Sabine Reischmann.
Im Sommer 2007 schlug die Stiftung daher zunächst einen anderen Weg ein. Sie mietete ein Ein-Zimmer-Appartement in einem Mehrfamilienhaus an und brachte dort eine junge Mutter unter. Von der Idee, im gleichen Haus weitere Wohnungen anzumieten, kamen Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal aber inzwischen wieder ab. Besser für die Frauen wie für die Kinder wäre ein Mutter-Kind-Haus, sind sie sich sicher.
Stiftung hofft auf Mietobjekt
Sabine Reischmann hofft weiter, ein passendes Gebäude zur Miete zu finden. Auch alternative Formen wie Erbkauf oder Mietkauf seien denkbar. Es könnte auch ein Haus sein, in dem zuerst eine Wohnung frei sei und in dem in der kommenden Zeit weitere frei werden. In jedem Fall besteht der dringende Wunsch, das Mutter-Kind-Haus 2008 zu realisieren.
Daten und Fakten
Die Sonja Reischmann Stiftung ist im Jahr 2004 von der kurz darauf verstorbenen 48 jährigen Geschäftsfrau Sonja Reischmann ins Leben gerufen worden. Ihre Schwestern Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal haben den Vorsitz der Stiftung übernommen. Sie wollen, gemäß dem Wunsch der Stifterin, Not leidenden Menschen, vor allen Kindern, helfen. Pro Jahr haben sie dafür ein Budget von 90 000 Euro zur Verfügung. Kontakte: Sonja Reischmann Stiftung, Weissenauer Halde 52/1. 88214 Weingartshof. Telefon (0751) 6525432, Fax (0751) 6525432
Weihnachtsaktion
Stiftung verschenkt Schuhe
RAVENSBURG(sz)- Die Ravensburger Sonja-Reischmann-Stiftung will den Kindern armer Eltern mit Geschenken zu Weihnachten eine Freude machen. Das teilten die Vorsitzenden der Stiftung , Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal, mit. In Kooperation mit einem Ravensburger Geschäft verschenkt die Stiftung von heute an Schuhe.
In der Mitteilung heißt es, dass die Stiftung in diesem Jahr eine der
Wunschvorstellungen ihrer Stifterin Sonja R4eischmann jun. Verwirklicht. Sonja
Reischmann wollte zu ihren Lebzeiten Kindern finanziell weniger gut gestellter
Eltern ein Weihnachtsgeschenk zu kommen lassen. Aus Gesprächen mit verschiedenen
Sozialhilfeeinrichtungen habe sich deutlich der Bedarf an Winterschuhen für
bedürftige Kinder herauskristallisiert. Etwa 260 Kinder kommen nach Angaben
von Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal in den Genuss dieser Aktion.
Die Stiftung kooperiert bei dem Projekt mit dem Ravensburger Schuhhaus „Göhl“,
das die Aktion mit 15 Prozent Rabatt zusätzlich unterstütze. Das
Landratsamt habe sich bereit erklärt, die Adressen der Familien heraus
zu suchen und die Gutscheine der Stiftung an die Empfänger zu verschicken.
Der Datenschutz werde gewahrt, da die Adressen nur als Nummer auf dem Abschnitt
des Gutscheins erscheinen. Die Höhe des Gutscheins ist altersabhängig
und beträgt 45 und 65 Euro. Der Gutschein kann von heute an bis Ende Januar
beim Schuhhaus Göhl in der Bachstraße eingelöst werden
„Jedes Kind kann sich entsprechend dem Betrag auf dem Gutschein Schuhe aussuchen“ schreiben die beiden Vorsitzenden in ihrer Mitteilung. Weiter heißt es: „Wir hoffen mit dieser Aktion etwas Licht für die Betroffenen in die Vorweihnachtszeit zu bringen.“
DATEN & FAKTEN
Die Sonja-Reischmann-Stiftung
wurde 2004 von der kurz darauf im Alter von nur 48 Jahren an Krebs gestorbenen Geschäftsfrau gegründet. Sonja Reischmann brachte das Stiftungskapital ein, erwirtschaftet aus ihrem erfolgreichen Aufbau einer Modehauskette. Ihre Schwestern Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal haben den Vorsitz der Stiftung übernommen. Sie wollen _ gemäß dem Wunsch der Stifterin – notleidenden Menschen, vor allem Kindern helfen. Kontakt: Sonja Reischmann Stiftung, Weißenauer Halde 52/1, 88214 Ravensburg, Telefon 0751 - 65 25 44 4, Fax 0751 - 65 25 44 5. Bankverbindung: Kreissparkasse Ravensburg, Kontonummer 111 057 753, Bankleitzahl 650 501 10.Die Beratungsstelle Brennnessel ist unter der Telefonnummer 0751 - 39 78 erreichbar und in den Räumen der Evangelischen Beratungsstelle in der Marktstraße 53 angesiedelt. Spendenkonto bei der Kreissparkasse Ravensburg, BLZ 650 501 10, Kontonummer 480 470 94.

Sabine Reischmann (links) und ihre Schwester Angelika Klingenthal (rechts) informieren sich über die Arbeit von „Brennessel“. Dank der Unterstützung durch die Sonja-Reischman- Stiftung kann die Beratungsstelle, die Hilfe gegen sexuellen Missbrauch leistet, neben der Psychologin Uschi Mähne (zweite von rechts) derzeit noch die Heilpädagogin Cora Bura als
Teilzeitkraft beschäftigen.
SZ-Foto: Sibylle Emmrich
Not von Kindern hat viele Gesichter
RAVENSBURG - Die Not von Kindern lindern wollte die an Krebs verstorbene Ravensburgerin Sonja Reischmann, als sie kurz vor ihrem Tod ihr Privatvermögen in eine Stiftung einbrachte. Ihre Schwestern Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal, die dieser Stiftung vorstehen, arbeiten seit Januar 2006 an der konkreten Umsetzung.Von unserem Redakteur Anton Wassermann
„Uns schwebte vor, in Ravensburg ein Mutter-Kind-Haus einzurichten, weil wir bei unseren Recherchen beim Jugendamt, bei der Caritas und ähnlichen Einrichtungen erfahren haben, dass es eine ganze Reihe zumeist junger Mütter gibt, die nicht in der Lage sind, ein Kind zu versorgen und einen Haushalt zu führen“, berichten die beiden Frauen. Deshalb haben sie den Namen „Sonja-Reischmann-Stiftung für Kinder und Menschen in Not“ gewählt. „Wenn man den Muuml;ttern hilft, ihren Alltag auf die Reihe zu bekommen, ist das für die Kinder der beste Schutz vor Verwahrlosung und dauerhafter Armut“, sagen die Schwestern. Sie besichtigten ein solches Haus in Stuttgart, nachdem ihnen vom Sozialamt, von der Caritas, vom Trägerverein des Frauenhauses in Ravensburg und von der Schwangerenberatung bestätigt worden war, dass es dafür auch in Ravensburg einen Bedarf gebe.
„ Als wir aber erfuhren, was so ein Haus an Investitionen und laufendem Unterhalt kostet, war uns klar, dass unsere Stiftung viel kleiner einstigen muss“, berichtet Angelika Klingenthal. „Wir haben uns daraufhin an den Bau- und Sparverein gewandt. Dessen Geschäftsführer hat uns jetzt eine kleine Wohnung zur Verfügung gestellt, in die eine junge Mutter mit ihren Kind einziehen wird. Sie selbst kann jetzt eine Berufsausbildung machen und wird auch sozialpädagogisch betreut“, sagt Angelika Klingenthal. Längerfristig wollen die Stiftungsvorstände fünf bis zehn kleine Wohneinheiten anbieten für allein erziehende Mütter. Die Stiftung schließt mit ihnen keinen Miet-, sondern einen Beratervertrag ab über einen Zeitraum von höchstens drei Jahren. Art und Intensität der Betreuung werden bei der Aufnahme im persönlichen Gespräch festgelegt. Angelika Klingenthal und Sabine Reischmann sehen einen Bedarf von fünf bis zehn kleinen Wohneinheiten, den sie längerfristig decken wollen. Der Geschäftsführer des Bau- und Sparvereins sagte ihnen dazu seine Unterstützung zu. Er hat auch schon ein geeignetes Objekt im Auge. Stiftung unterstützt die Stadt Doch darüber wollen sie andere Formen der Hilfe für Kinder nicht vernachlässigen. So weitet die Stadt Ravensburg ihr bisheriges Ferienprogramm aus.
Da berufstätige allein erziehende Mütter nicht genug Urlaub haben, um während der kompletten Sommerferien für ihre Kinder da zu sein, organisiert die Stadt im August zwei Wochen lang ein Ferienprogramm für Kinder, die während der Schulzeit in Ganztagsbetreuung sind. 136 Kinder seien dazu angemeldet. Dieses Angebot unterstützt die Sonja-Reischmann-Stiftung finanziell. Bei der Stiftung häufen sich außerdem die Anfragen von Müttern, die in einer akuten finanziellen Notlage sind. Ihnen will die Sonja-Reischmann-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Schuhhaus Göhl in Ravensburg mit einer Sonderaktion im Herbst helfen. Die Stiftung stellt dem Kreissozialamt, aber auch der Caritas und anderen Organisationen Gutscheine zur Verfügung, die beim Schuhhaus Göhl gegen ein Paar Winterschuhe für Kinder eingetauscht werden können. Jeder Gutschein ist mit dem Namen des jeweiligen Kindes versehen und nicht übertragbar.
200 bis 300 Kinder sollen in den Genuss dieser Hilfe kommen. Darüber hinaus leistet die Stiftung Einzelfallhilfen nach Rücksprache mit einschlägigen Institutionen. So finanziert sie einer krebskranken Mutter eine Familienpflegerin, weil dafür kein Kostenträger aufkommt. „Obwohl wir erst seit gut einem Jahr aktiv sind, könnten wir weitaus mehr Geld ausgeben, als uns durch die Stiftung zur Verfügung steht“, berichten Angelika Klingenthal und Sabine Reischmann. Deshalb sind sie für Spenden dankbar. Die Spender können entscheiden, ob das Geld direkt in Hilfsprojekte fließen oder damit das Stiftungsvermögen aufgestockt werden soll, aus dessen Erträgen die Stiftung ihre Arbeit finanziert.
Sonja-Reischmann-Stiftung hilft Menschen in Notlagen
Von unserem Redakteur Bernd Adler
Ihre Schwestern Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal haben nach dem Tod von Sonja den Vorsitz der Stiftung übernommen. Seit Mitte November begannen sie mit der Stiftungsarbeit. "Wir möchten sowohl einzelnen Menschen in schwierigen Lebenssituationen helfen, als auch soziale Organisationen oder Einrichtungen unterstützen", sagt Angelika Klingenthal. Dabei ist die Stiftung regional nicht festgelegt. Wichtig ist den beiden Frauen aber, dass konkret Hilfegeleistet wird. "Wir wollen, dass die Unterstützung an der richtigen Stelle direkt ankommt", erklärt Sabine Reischmann. "Wir werden daher kein Geld an irgendwelche Organisationen weitergeben, wo wir nicht wissen, was genau damit geschieht."
Hilfsprojekte für Kinder
Dadurch, dass Sonja Reischmann schon wenige Monate nach dem Gründen der Stiftung verstarb, sind ihre Schwestern heute noch nicht genau festgelegt, wie ihre künftige Arbeit aussehen wird. "Die meisten, die eine Stiftung ins Leben rufen, wissen schon ganz genau, welchem Zweck sie dienen soll", sagt Sabine Reischmann. Der Wunsch ihrer Schwester sei es gewesen, Not leidenden Menschen, vor allem Kindern, zu helfen. Da gab es Gedanken an Unterstützung von Kindern in Afrika, aber auch Weihnachtsgeschenke für Kinder in armen Familien in Ravensburg. Doch ins Detail gingen die Planungen noch nicht. Das ist jetzt die Aufgabe von Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal.
Die ersten Schritte sind bereits getan. Angelika Klingenthal hat soziale und karitative Einrichtungen auf die Existenz der neuen Stiftung aufmerksam gemacht. "Wir holen Informationen ein, wo Hilfsbedarf besteht", ergänzt Sabine Reischmann. ihre Schwester ist derzeit mit fünf Fällen näher beschäftigt. Sie prüft, ob einer geschiedenen Frau ohne Arbeit die Heizungsrechnung bezahlt werden soll. Ob einer jungen Alleinerziehenden geholfen wird, die einen Schulabschluss machen will. Oder ob einem schwer behinderten Kind eine wichtige Therapie finanziert wird.
Über eine Unterstützung für ein großes Projekt ist noch nicht entschieden. Sicher ist hingegen, dass die Sonja-Reischmann-Stiftung auch weitere Spendengelder einsammeln möchte, um noch effektiver zu helfen. Gedacht ist unter anderem daran, dass Firmen anstatt Geschenke für Geschäftskunden zu Weihnachten die Stiftung unterstützen. Doch bis Weihnachten ist es noch fast ein Jahr. Und Sabine Reischmann und Angelika Klingenthal stehen am Anfang einer Arbeit, die sie mutmaßlich viele Tage in, diesem Jahr beschäftigen wird.

