Kunsttherapie für Flüchtlingskinder an der Grundschule Kuppelnau in Ravensburg

Die Medien berichten uns täglich von den Schicksalen der Menschen, die in ihrem Heimatland und auf der Flucht nach Deutschland Grausames erleben mussten. Gerade für Kinder ist die Erfahrung extrem verstörend, da sie Erlebtes kaum einordnen und somit nicht verarbeiten können. Ihr zum Teil aggressives Verhalten lässt nur erahnen, wie es in ihrem Inneren aussieht.

Genau hier setzt die seit Januar 2017 stattfindende Kunsttherapie der Grundschule Kuppelnau an. Unter Leitung des erfahrenen Kunsttherapeuten Marco Ceroli wird mit besonders verhaltensauffälligen Kindern ein Jahr lang gearbeitet. Die Gruppen werden sehr klein gehalten, so dass jedes Kind individuell betreut werden kann. Es gibt zwei Gruppen mit jeweils drei Teilnehmern für Jungen zwischen 8-10 Jahren und eine Gruppe für Mädchen, an der vier 10-12 Jährige teilnehmen. Hier können sich die Kinder ohne Worte in Kunstprojekten ausdrücken. „Die visuelle Sprache ist eine universelle Sprache. Die versteht jeder.“, so Marco Ceroli.

 

Das Konzept dieses Projekts lehnt sich an die Erfahrungen des Behandlungszentrums für Flüchtlinge und Folteropfer (Refugio München) an. Es hat sich dort gezeigt, dass die kontinuierliche Begleitung eine positive Wirkung auf die Bewältigung des Erlebten hat. Initiiert hat dieses Pilotprojekt Frau Thoma, die Geschäftsführerin des Vereins für Schulentwicklung an der Kuppelnau Grundschule, das von der Sonja Reischmann Stiftung mit 7600 Euro für zunächst ein Jahr finanziert wird.

 

 

Flüchtlingskinder verarbeiten bei der Kunsttherapie an der Ravensburger Kuppelnauschule ihre Traumata
SZ - 2017.04.15 Vom Krieg gezeichnet.pdf
PDF-Dokument [327.8 KB]